Knigge für Chefs

Renommierte Studien lassen keinen Zweifel: Das Verhalten unserer direkten Vorgesetzten hat den mit Abstand größten Einfluss auf unsere Zufriedenheit, unsere Motivation und unser Engagement am Arbeitsplatz.  Und was kommt dabei heraus? Nach der renommierten Gallup-Studie zur Arbeitszufriedenheit sind nur 15 Prozent der Arbeitnehmer wirklich rundum engagiert und motiviert. Das Problem: Die meisten Chefs und Chefinnen werden beim Umgang mit ihren Mitarbeitern sträflich allein gelassen. Laut einer Studie der information company (Deutschland führt!?) beklagen zwei Drittel der Führungskräfte, dass sie auf ihre Rolle unzureichend vorbereitet wurden und dass sie auch laufend zu wenig Unterstützung erhalten. Zudem gibt es in kaum einem Unternehmen eine umfassende Führungsphilosophie, die das gesamte Unternehmen durchdrungen hat, die gelebt und auch kontrolliert wird. Die Chefs und Chefinnen wissen ganz einfach nicht, was von ihnen im Hinblick auf ihr Führungsverhalten eigentlich genau erwartet wird. Abhilfe schaffen will das Buch "Der Knigge für alle Chefs", das der Dozent, Berater und Coach Detlev Gebhard geschrieben hat. Es enthält dreiunddreißig Grundsätze für ein vorbildliches Führungsverhalten.
Hier ist einer der dreiunddreißig Führungsgrundsätze: Stellen Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hin und wieder die beiden folgenden Fragen: "Gibt es irgendetwas, womit Sie nicht zufrieden sind? Gibt es irgendetwas, was ich für Sie tun kann?" Wenn Sie diese beiden Fragen das erste Mal stellen, werden Ihre Mitarbeiter voraussichtlich so perplex sein, dass ihnen nichts einfällt. Oder sie werden sich nicht trauen, offen zu sagen, was sie bewegt oder stört. Dann sollten Sie auf keinen Fall innerlich mit den Schultern zucken und sagen oder denken: Na, prima, dann ist ja alles in Butter! Sagen Sie stattdessen:"Ich meine das ernst. Ich will, dass Ihnen Ihre Arbeit so viel Spaß macht wie möglich. Denken Sie in aller Ruhe darüber nach: Gibt es irgendetwas, womit Sie nicht zufrieden sind? Gibt es irgendetwas, was ich für Sie tun kann? Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass ich sofort eine Lösung parat habe. Ich kann Ihnen nicht einmal versprechen, dass wir eine Lösung finden. Aber ich verspreche Ihnen, dass ich tun werde, was ich kann. Also: Wann immer Sie etwas auf dem Herzen haben – bitte sprechen Sie mich an!" Wozu ist das gut? Sie erfahren, was Ihren Mitarbeitern auf der Seele liegt und was ihre Arbeit oder ihr Wohlbefinden – und damit ihre Motivation, ihr Engagement und ihre Leistungsbereitschaft - möglicherweise behindert. Außerdem zeigen Sie, dass Sie Ihre Mitarbeiter ernst neh-men und dass Ihnen ihre Meinung wichtig ist. Das ist Wertschätzung pur!

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