Kennen Sie Ihre Zielgruppe bzw. wie finde ich meine Zielgruppe?

Um diese Frage zu beantworten, sollten wir erst einmal definieren: Was ist überhaupt eine Zielgruppe?

„Unter einer Zielgruppe (engl. target audience) versteht man im Marketing eine bestimmte Menge von Marktteilnehmern, die auf kommunikationspolitische Maßnahmen homogener reagieren als der Gesamtmarkt. Die Grundlage zur Zielgruppenfindung nach jeweils relevanten Merkmalen ist die Marktsegmentierung. Als Zielgruppe kann jede Art von Anspruchsgruppe gelten, neben Verbrauchern auch Großhändler oder Meinungsführer.“ (Quelle: Wikipedia)

Der wichtigste Satz in dieser Definition ist der letzte: „Als Zielgruppe kann jede Art von Anspruchsgruppe gelten, neben Verbrauchern auch Großhändler oder Meinungsführer.“ Am wichtigsten ist insbesondere der erste Teil.

Kurz gesagt: „Jede Gruppe kann eine Zielgruppe sein.“

Bevor wir uns jetzt der Methodik einer Zielgruppen-Erstellung widmen, möchte ich Ihnen erst einmal die Faktoren/Merkmale einer klassischen Zielgruppen-Erstellung zeigen.

Biologische Merkmale: z. B. Geschlecht, Alter, Sexualität, Gesundheit ...

Sie leiten sich von den natürlichen Umständen des Menschen ab und sind von ihm nur bedingt beeinflussbar. Ausnahme: „Erscheinung” > neben Größe und Proportionen auch Dinge wie Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe, Frisur, kosmetische Maßnahmen.

Geografische Merkmale: z. B. regionale Einschränkung, deutschlandweit, weltweit ...

Sie kennzeichnen die geografische Situation des Menschen wie z. B. Küsten, Festland, Insel, Hochland, Flachland, eben, hügelig, bergig; Klimazonen wie „tropisch“, „subtropisch“, „arktisch“ oder „gemäßigt“.

Politische Merkmale: z. B. politisch aktiv oder passiv, uninteressiert, Kommunalpolitik ...

Sie beschreiben die Art der Einstellung des Menschen zu politischen Sachverhalten hinsichtlich der Intensität (Aktivität), Richtung (Partei) und Haltung (konservativ, progressiv).

Soziologische Merkmale: z. B. selbstständig, angestellt, soziales Engagement, Familienstand, Größe der Familie usw. ...

Sie beziehen sich auf das Zusammenleben und den Umgang mit anderen Menschen. Sie definieren den Einfluss des Einzelnen auf seine soziale Umgebung und den Einfluss der sozialen Umgebung auf den Einzelnen.

Finanzielle Merkmale: z. B. reich, wohlhabend, Mittelstand ...

Sie charakterisieren die Art der finanziellen Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit Einzelner von ihrem sozialen Umfeld: erarbeitetes oder geerbtes Geld, Verfügbarkeit von Finanzen; quantitative Beurteilung der finanziellen Situation einer Gruppe.

Kulturelle Merkmale: z. B. Interessenlage, Bildung, Informationsquellen, Freizeitgestaltung ...

Sie zeigen die geistigen Interessen verbunden mit entsprechenden Aktivitäten > kulturschaffend, kulturnutzend, kulturhinnehmend, kulturfeindlich. Generell beschreiben sie die Art der Bereitschaft, sich mit außerberuflichen geistigen Beanspruchungen auseinanderzusetzen.

Der Mix und die Kreativität machen den Unterschied.

Smothie

Eine Zielgruppe für seine Firma, sein Produkt, seine Dienstleistung zu definieren, ist ein bisschen wie einen guten Smoothie zu machen.

Gibt man einen schönen Brunch mit Gästen und möchte vorweg einen Smoothie reichen, kann man sich entweder an Zutaten halten, die fast jedem schmecken (es allen recht zu machen, ist aus Erfahrung unmöglich), und einen Smoothie reichen, der grundsätzlich jedem schmeckt (aber wahrscheinlich wird dadurch keiner zu 100 % begeistert sein, da man diesen Smoothie schon einmal auf die ein oder andere Weise getrunken hat), oder man macht sich die Mühe, jedem Gast einen eigenen Smoothie nach seinem persönlichen Geschmack zuzubereiten. Dann hat man zwar erst mal einiges an Mehrarbeit, aber der Brunch wird höchstwahrscheinlich ein Erfolg und die Gäste sind begeistert. Natürlich ist hier mal wieder die Datengrundlage entscheidend, was man über die Gäste/seine Kunden weiß. Darauf gehe ich dann in einem anderen Artikel ein.

Also kurz gesagt: Man kann auch mit vielen Zielgruppen arbeiten; man benötigt nicht immer eine allgemeingültige große Zielgruppe.

Nachdem wir dies alles wissen, kommen wir nun zur Methodik.

Ich persönlich starte immer gerne damit, mir eine Liste zu machen, was ich alles über meine Zielgruppe bzw. meine potenzielle Zielgruppe weiß oder zumindest was ich annehme, zu wem mein Produkt/Dienstleistung usw. potenziell passen könnte.

Eine solche Liste kann beispielsweise so aussehen:

Zielgruppen-Aufschrieb-für-das-Whitepaper

Man sollte die Liste immer wieder anpassen und ergänzen je nachdem, was man für neue Erkenntnisse über die eigene Zielgruppe gewonnen hat.

Wie man anschließend zu seiner Zielgruppe die passenden Marketingkanäle findet, erkläre ich euch in einem anderen Artikel. Grob angerissen habe ich dies schon in meinem Artikel „Wie geht Marketing heute?“

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