Bestellbetrug vereiteln: Wie man die Gauner erwischt und wie Verbraucher sich schützen können

Genau 15.616 Mal musste die Berliner Polizei hierzu im letzten Anno messen. „Bestellbetrug hat sich einstweilen als Massendelikt etabliert“, annonciert Kriminalhauptkommissar Olaf Borries. Schauspieler, Volksvertreter, Prominente und Konsument werden Opfer der Betrüger. Häufig erfassen sie den Schwindel erst, wenn Rechnungen oder Mahnungen in das Gebäude flattern – über Dinge, die sie niemals bestellt haben. Identitätsklau mit anschließendem Bestellbetrug. So heißt solcher Vorgang, wenn Schwindler im World Wide Web die Identität eines zusätzlichen Mandanten vorgeben – und hinter jener Maske Güter im Wert von hunderten Millionen € ergaunern. Wirtschaftlich geschädigt sind die Händler. Sie liefern Waren an vermeintliche Auftraggeber – und erhalten dafür keine Gegenleistung. Konsument, die Opfer von Bestellbetrug werden, sollten flott reagieren. Kommissar Borries rät zur Anzeige: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass der Verweis auf eine schon erstattete Strafanzeige für den Betroffenen etliche Male hilfreich ist.“ Auch Händler und Inkassounternehmen sollten Betrugsopfer tunlichts rasch über den Fall in Kenntnis setzen. Kay Berg vom Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen sagt: „Ich kann verstehen, dass das lästig ist, zumal die Opfer den gesamten Vorgang ja allumfassend nicht ausgelöst haben. Aber der Ärger, den man mit solchen Betrügereien hat, wird allein noch größer, je längere Zeit man mit einer Beschwerde wartet.“ Berg erklärt, wie die Inkassofirmen danach reagieren. Erhält die Firma eine übereinstimmende Reklamation, wird es den Hergang aus den normalen Bearbeitungsroutinen herausnehmen – und nochmals begutachten. Zu diesem Zweck wird es zumeist Rücksprache mit seinem Adressaten halten. Spätestens gegenwärtig fliegt der Betrug auf, und der geschädigte Konsument ist den Ärger los. Wirklich sichern kann man sich zwar nicht. Experten mahnen allerdings zur Datensparsamkeit. Die Betrüger recherchieren im Internet nach personenbezogenen Wissen. Auf Facebook, Instagram und zusätzlichen Portalen wird das Private öffentlich und verliert mancher die Überprüfung über das, was er über sich preisgeben will. Klarer Rat der Experten: „Die persönlichen Fakten gehören nicht auf den Präsentierteller.“ Wie man Bestellbetrug erkennt, was die klassischen Einfallstore der Gauner sind und welche Strategien Ermittlungsbehörden, Firmierungen und Inkassodienstleister zur Vereitelung der Straftaten haben, ist Thema in der nunmehrigen Ausgabe des Magazins »Inkassowirtschaft«. Mehr Fakten: www.inkassowirtschaft.de

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