Amazon jetzt auch in Deutschland im Printgeschäft

Dass Amazon schon lange auf den deutschen Printmarkt schielt, ist jedem bekannt, und wie sie beginnen den deutschen Printmarkt zu erobern, kann man bereits sehr genau auf der Seite von Bernd Zipper Beyond-Print nachlesen.

Screenshot von Amazon

Bei meinem Artikel möchte ich mich eher auf das Potenzial und die Gefahren konzentrieren, die für Druckereien durch den Eintritt von Amazon in den Printmarkt entstehen.

Erstmal möchte ich etwas genauer auf die Methoden von Amazon eingehen. Kurz gesagt war das Amazon-Prinzip schon immer, mit fremden Kapazitäten den Markt und dessen Volumen zu testen, Daten über die Stärken und Schwächen der Produkte und des Marktes zu sammeln und dann selbst mit eigenen Produkten die lukrativsten Bereiche zu übernehmen.

Wenn wir das im Kopf behalten, bleiben einige Möglichkeiten für Druckereien.

  1. Der Zeitraum, in dem Amazon Daten sammelt und noch keine eigenen Druckkapazitäten aufgebaut hat, kann für alle Druckereien ein sehr lohnendes Geschäft sein. Die Druckerei darf nur nicht vergessen, dass dieser Absatzkanal wegbricht, sobald Amazon selbst produziert.
  2. Wir alle wissen wie schwer es ist, das Know-how aufzubauen, um qualitativ hochwertige Druckprodukte herzustellen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich Amazon genau wie die ersten Online-Druckereien erst einmal auf Standardprodukte konzentrieren wird, und dass Druckereien, die hochwertige Spezialprodukte anbieten, langfristig hier einen sehr guten Absatzkanal haben.
  3. Auch wenn Amazon ein sehr guter und schneller Einstieg für Druckereien ist, ins Online-Business einzusteigen, darf man nicht vergessen, dass man baldmöglichst einen eigenen Online Shop als Absatzkanal benötigt, um die Kunden an sich selbst zu binden und nicht ausschließlich an Amazon. Denn mal ehrlich: Wer erinnert sich an den Namen des Verkäufers bei Amazon, bei dem man zuletzt etwas gekauft hat? Für alle, die bereits einen Online Shop haben gilt es, die Kunden baldmöglichst von Amazon mittels Werbemitteln auf den eigenen Shop zu locken.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Amazon Custom eine große Chance für Druckereien ist, um kurzfristig sehr gute Geschäfte zu machen. Wenn man aber nicht von Anfang an plant, diesen Absatzkanal auch zu hinterfragen, kann man sich über Amazon selbst mittelfristig aus dem Geschäft drängen.

Viele werden argumentieren, dass Amazon doch auf die Händler angewiesen ist, und es ihr eigenes Geschäft torpediert, wenn sie die Händler zum Teil verdrängen und Amazon dadurch auf die Provisionen verzichten muss. Jedoch muss man daran denken, dass die Margen bei der eigenen Produktion höher sind, als wenn man nur Provisionen kassiert.

Ich freue mich über euer Feedback zu dem Thema. Einfach unten kommentieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.